Mindesturlaub – gesetzlicher Anspruch in Deutschland

Für Arbeitnehmer ist der Urlaub eine der wichtigsten Punkte, da dessen Zweck insbesondere darin liegt, sich auf Dauer ausreichend Erholung zu verschaffen. Das wiederum fördert das Ziel eines jeden Arbeitgebers, einen belastbaren, zufriedenen und vor allem gesunden Arbeitnehmer im Unternehmen beschäftigt zu haben.

Im Arbeitsrecht ist der Urlaub als die Dienstbefreiung, welche zur Erholung bestimmt ist und während derer eine volle Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes erfolgt, definiert.
Für das während der Freistellung gezahlte Arbeitsentgelt wird der Terminus „Urlaubsentgelt“ verwendet.

Allgemeiner Mindesturlaub

Die Regelungen der Urlaubsansprüche sind in der Bundesrepublik Deutschland im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) getroffen. Hiernach ergibt sich für jeden Arbeitnehmer ein Anspruch auf Mindesturlaub, der 24 Werktage pro Jahr, beziehungsweise 20 Arbeitstage umfasst, vgl. dazu § 3 BUrlG.
Der gesetzliche Mindesturlaub ist nicht disponibel, d.h. er kann nicht ausbezahlt werden. Außerdem ist erforderlich, dass er zum Zwecke der Freizeit genommen wird. Untersagt ist damit dem Arbeitnehmer unter Umständen, einer weiteren entgeltlichen Erwerbstätigkeit während der Urlaubsdauer nachzugehen.

Mindesturlaub Angestellte

Ein Mindesturlaub, der für Angestellte gesondert geregelt ist, gibt es nicht. Insofern greifen auch bei dem Personenkreis der Angestellten die Vorschriften des BUrlG. Die Bezeichnung Angestellter ist in diesem Rahmen rechtlich unerheblich, weil nicht zwischen Arbeitern und Angestellten unterschieden wird. Es kommt für die Anwendbarkeit der Anspruchsgrundlagen für den Mindesturlaub einzig und allein darauf an, ob eine Person Arbeitnehmer ist.

Mindesturlaub Minijob

Hinzuweisen ist auf die Besonderheiten beim Mindesturlaub im Falle eines Beschäftigungsverhältnisses im Rahmen eines Minijobs. Zwar haben auch bei diesem Arbeitsverhältnis die Mindesturlaubsregelungen aus dem Bundesurlaubsgesetz Geltung. Problematisch wird es hierbei jedoch aufgrund zumeist sehr kurzer Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmers. Hier kann die Dauer einer Beschäftigung oft unter einem Jahr liegen, weswegen in Folge der Mindesturlaubsvorgabe aus dem BUrlG der gesetzliche Urlaubsanspruch des Minijobbers erst berechnet werden muss. Ausgangspunkt der Berechnung ist dabei die bereits genannte Mindesturlaubsregel aus dem BUrlG und die zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbarte Beschäftigungsdauer.

Mindesturlaub Auszubildende

Der Mindesturlaub ist hinsichtlich derjenigen Auszubildenden, die während des Ausbildungsverhältnisses noch minderjährig sind, in anderen Gesetzen speziell geregelt. Hier ist die Rechtsgrundlage das Jugendarbeitsschutzgesetz. Nach § 19 des Jugendarbeitsschutzgesetzes hat ein Auszubildender in Abhängigkeit seines Alters einen Mindesturlaub von 25 bis 30 Tagen.
Bei Auszubildenden, die voll geschäftsfähig, also volljährig sind, ergeben sich keine Besonderheiten bezüglich der Urlaubsregelungen. Auf sie finden die Vorschriften des Bundesurlaubsgesetzes gleichermaßen unmittelbare Anwendung.

Incoming search terms: